Dutzende Polizeikräfte haben am Freitag um 19 Uhr das Demokratische Kurdische Gesellschaftszentrum Hanau durchsucht. Laut staatsanwaltschaftlichem Durchsuchungsbefehl geht die Maßnahme auf eine Veranstaltung im Gedenken an die Okober-Gefallenen des kurdischen Befreiungskampfes am 25. Oktober 2021 zurück. Bei der Durchsuchung wurden Transparente und Fahnen beschlagnahmt.

Im kurdischen Gesellschaftszentrum in Darmstadt hat heute eine Pressekonferenz zum Thema stattgefunden. Der Ko-Vorsitzende des Hanauer Gesellschaftszentrums, Ömer Koyuncer, erklärte einleitend: „Die deutsche Polizei durchsucht unsere Vereine unter etlichen Vorwänden. Das Demokratische Kurdische Gesellschaftszentrum Hanau ist 1993 gegründet aufgrund des sozialen und kulturellen Bedarfs des kurdischen Volkes in der Diaspora gegründet worden. Wir akzeptieren die Razzia in unserem Verein in keiner Weise und rufen unser Volk dazu auf, sich hinter den Verein zu stellen. Der eigentliche Grund für die Durchsuchung ist vollkommen klar. Dass an der Razzia etliche Türkisch sprechende Polizisten beteiligt waren, spricht für sich.“

Auch der Ko-Vorsitzende der Föderation FCDK KAWA, Abdülvahap Alper, äußerte sich auf der Pressekonferenz: „Die deutsche Staatsanwaltschaft hat kein Recht, in unseren Verein einzugreifen. Der deutsche Staat muss auch die Rechte des kurdischen Volkes ein bisschen berücksichtigen. Wir sind ein legaler Verein und alle unsere Tätigkeiten finden im gesetzlichen Rahmen statt. Wir sind ein Volk, das für seine Freiheit kämpft. Der deutsche Staat weiß das. Auch wir haben das Recht, Aktivitäten durchzuführen. Das sollte dem deutschen Staat klar sein.“

Weiter meldeten sich Vertreter:innen der kurdischen Islam-Bewegung (Civaka Islamiya Kurdistan) und des ezidischen Komitees zu Wort und riefen zur Solidarität mit den kurdischen Vereinen auf.

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